Call for Papers – „Theoriebildung und Methodenentwicklung in der Hochschulforschung“

10. Jahrestagung der Gesellschaft für Hochschulforschung

Kassel, 08. – 10. April 2015

Die in Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen betriebene Hochschulforschung ist ein interdisziplinäres Forschungsfeld. Dies bedeutet, dass wesentliche Anregungen zu ihrer wissenschaftlichen Fundierung aus anderen Disziplinen stammen. Zugleich zeichnet sich die Hochschulforschung durch eine besondere Nähe zu ihrem Gegenstandsbereich aus. Auf dieser doppelten Grundlage konnte sich die Hochschulforschung als eigenständiges Forschungsfeld konstituieren, das bemerkenswerte Einsichten in die Hochschulentwicklung liefert, die gerade angesichts der zahlreichen aktuellen Veränderungsprozesse von hoher Bedeutung sind. Anerkannte Forschungen zu den Kernaufgaben von Hochschulen, neuen Herausforderungen und Steuerungskonzepten belegen diese Stärke. Sie drückt sich zugleich in erfolgreichen Institutionalisierungsprozessen aus, die 2006 zur Gründung der Gesellschaft für Hochschulforschung, zu nationalen und internationalen Förderprogrammen, einer Vielzahl von wissenschaftlichen Tagungen und Publikationen sowie einer verstärkten Nachwuchsförderung geführt haben. Vor diesem Hintergrund verfolgt die Tagung zwei Ziele: Erstens sollen die in der Hochschulforschung verwendeten Theorien und Methoden einer kritischen Bestandsaufnahme unterzogen werden. Zweitens sind neuere Theorie- und Methodenentwicklungen in wissenschaftlichen Disziplinen und interdisziplinären Forschungsfeldern, die für die Hochschulforschung von Bedeutung sind, zu erschließen. In der Tagung soll damit sowohl eine interne als auch externe Perspektive auf die Theoriebildung und Methodenentwicklung in der Hochschulforschung eingenommen werden. Beide Perspektiven sind für die Hochschulforschung von besonderer Bedeutung, denn nur in der Reflexion der in der Hochschulforschung verwendeten Theorien und Methoden sowie der gleichzeitigen Kompetenz und Offenheit gegenüber anderen Wissenschaftsfeldern lassen sich wissenschaftliche Innovationen und nachhaltige Wissensfortschritte erzielen.

Fragenkomplexe, die im Rahmen der Tagung behandelt werden sollen, lauten:

1. Interne Perspektive

  • Gibt es spezifische Theorien und Methoden in der Hochschulforschung? Falls ja, wie ist deren Entwicklungspotenzial einzuschätzen?
  • Wie kann mit den Herausforderungen spezifischer Theorien und Methoden im Forschungsprozess umgegangen werden?
  • Ergeben sich aus der Nähe der Hochschulforschung zur Hochschulentwicklung neuartige methodische und theoretische Herausforderungen?
  • Welcher Erkenntnisgewinn entsteht durch die explizite Kombination qualitativer und quantitativer Methoden sowie unterschiedlicher theoretischer Perspektiven, welche Probleme treten hierbei auf?
  • Welches Potenzial bietet die Sekundäranalyse vorhandener Daten, welche methodischen Herausforderungen sind hiermit verbunden, welche theoretischen Modelle lassen sich hiermit überprüfen?
  • Welche Theorien und Methoden fristen ein „Nischenleben“ in der Hochschulforschung, und was wäre durch ihre stärkere Berücksichtigung gewonnen?
  • Was kann aus der verstärkten Interaktion mit anderen interdisziplinären Forschungsfeldern wie etwa der Empirischen Bildungsforschung, der Organisationsforschung und der Wissenschaftsforschung für die Theoriebildung und Methodenentwicklung in der Hochschulforschung gelernt werden?
  • Welche Rolle spielen wissenschaftliche Disziplinen und deren Entwicklungsdynamik für die methodische und theoretische Weiterentwicklung der Hochschulforschung?
  • Was bedeutet der rapide Fortschritt in der informations- und kommunikationstechnologischen Entwicklung für die Methodenentwicklung, wird hierdurch die Interaktion mit den Technikwissenschaften erforderlich?
  • Lassen sich naturwissenschaftliche Theorien zur Modellierung von Wandlungsprozessen im Hochschulbereich nutzen?

Diese Fragenkomplexe sind beispielhaft zu verstehen. Auch andere für das Tagungsthema relevante Themen sind ausdrücklich erwünscht. Es sind vor allem Beiträge erwünscht, die ihre Fragestellung konkret auf Forschungszusammenhänge der Hochschulforschung beziehen und nicht in erster Linie eine abstrakte Betrachtung von Theorien und Methoden vornehmen.

Mit diesem Call richtet sich die Tagung nicht nur an die Community der Hochschulforscherinnen und -forscher, sondern auch an Personen, die sich primär oder zugleich in anderen Forschungs-Communities verorten. Hier ist sowohl an fachdisziplinäre Zusammenhänge als auch an benachbarte interdisziplinäre Forschungsfelder zu denken. Übergreifendes Ziel der Tagung ist es, durch Reflexion und Dialog zur theoretischen und methodischen Weiterentwicklung der Hochschulforschung beizutragen.

Der 08. April 2015 ist für Veranstaltungen vorgesehen, die vom Netzwerk des Hochschulforschungsnachwuchses (HoFoNa) durchgeführt werden. Die GfHF-Jahrestagung findet am 09. und 10. April 2015 statt.

Kinderbetreuung kann auf Wunsch organisiert werden.

Vortragsangebote sind bitte bis zum 15.12.2014 per E-Mail an das lokale Organisationsteam (gfhf.incher(at)uni-kassel.de )zu richten. Dieser Termin ist unbedingt einzuhalten. Die Vorschläge sollen den Umfang von 500 Wörtern nicht überschreiten. Bis zum 15.01.2015 werden alle Einsenderinnen und Einsender per E-Mail über die Annahme oder Ablehnung ihres Beitrags unterrichtet. Die Auswahl der Beiträge richtet sich primär danach, ob sie dem übergreifenden Ziel der Tagung dienen. Zugleich wird versucht, die Pluralität der Zugangsweisen zu berücksichtigen, um eine breite und ansprechende Mischung unterschiedlicher Perspektiven zu ermöglichen.

Lokales Organisations- und Programmkomitee:

Universität Kassel

International Centre for Higher Education Research Kassel (INCHER-Kassel)

  • Prof. Dr. Georg Krücken
  • Dr. Albrecht Blümel
  • Dr. Otto Hüther
  • Dr. Isabel Steinhardt

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