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Neues Forschungsprojekt SUCCESSStudienerfolg Und Studienchancen Für Geflüchtete

Neues Forschungsprojekt SUCCESS

Studienerfolg und Studienchancen für Geflüchtete

SUCCESS-Autorengruppe: Prof. Dr. Olga Zlatkin-Troitschanskaia (Johannes Gutenberg-Universität Mainz), Dr. Renata Suter (Kiron Open Higher Education), Prof. Dr. Marold Wosnitza (RWTH Aachen University), Prof. Dr. Patricia Arnold (Hochschule München), Dr. Roland Happ (Johannes Gutenberg-Universität Mainz), Sarah Nell-Müller (Johannes Gutenberg-Universität Mainz), Belma Halkic (Hochschule München), Melanie Ewert (RWTH Aachen University), Katharina Zay (RWTH Aachen University), Dr. Steffen Brandt (Kiron Open Higher Education), Laura Marwede (Kiron Open Higher Education)

Welche Maßnahmen Geflüchteten dabei helfen, ein Studium in Deutschland aufzunehmen, zu durchlaufen und erfolgreich abzuschließen, darüber gibt es bislang kaum empirische Erkenntnisse. Das zu Beginn des Jahres 2017 gestartete Projekt “SUCCESS – Studienerfolg und Studienchancen für Geflüchtete“ setzt an diesem Forschungsdefizit an und untersucht Faktoren, die eine erfolgreiche Studienaufnahme und den Studienverlauf bei Studierenden mit Fluchthintergrund beeinflussen. Ziel ist, basierend auf den Erkenntnissen den Studienerfolg effektiv und nachhaltig erhöhen zu können. SUCCESS wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und ist für drei Jahre angelegt.

Im Rahmen des innovativen Konzepts von Kiron Open Higher Education, welches auf Basis digitaler Bildungsangebote in einem umfangreichen Netzwerk von Partnerhochschulen in verschiedenen Ländern Geflüchteten Studienchancen eröffnet und unbürokratisch, direkt und schnell Zugang zu tertiärer Bildung in vier verschiedenen Studiendomänen (Ingenieurwissenschaften, Informatik, Wirtschaftswissenschaften, Sozialwissenschaften) verschafft, werden für die Studierenden mit Fluchthintergrund eingangs- und prozessdiagnostische Kompetenz- und Self-Assessmentverfahren mit adressatengerechten Feedbacksystemen sowie studienbegleitende Supportmaßnahmen entwickelt und implementiert und deren Wirksamkeit im Kontext von Kiron untersucht.

Neben dem Start-Up Kiron wird das Projekt durchgeführt von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, der RWTH Aachen University und der Hochschule München, wobei jeder Projektpartner ein Teilvorhaben im Verbund übernimmt: Dem Standort Mainz obliegt die Koordination und Evaluation des Gesamtverbundes sowie das Aufgabengebiet der Kompetenzdiagnostik. Die RWTH Aachen University nutzt den Einsatz von Online Self-Assessments als Beratungsinstrument und Informationsquelle für die Geflüchteten, während der Standort München verschiedene studienbegleitende Maßnahmen einsetzt und dabei untersucht, inwieweit diese positive Effekte auf den Studienerfolg erzielen.

Im Fokus des Gesamtverbunds stehen die folgenden Forschungsfragen: Welche Wirkungen haben die Maßnahmen Kompetenzdiagnostik, Self-Assessment und Student Services als Präventions- und Interventionsmaßnahmen für den Studienerfolg Geflüchteter im Kontext von Kiron Open Higher Education? Welche Wirkungen sind in welchem Maße auf andere potentielle Einflussfaktoren wie z.B. (fach)spezifische Studienkontexte zurückzuführen? Ein besonderer Fokus liegt auch auf der Untersuchung des Studienabbruchs Geflüchteter und dessen zentraler personen- sowie kontextbezogener Ursachen.

Zur Untersuchung der Forschungsfragen entwickelt SUCCESS Wirkungsanalysen auf Basis eines für den Ansatz von Kiron angepassten Models von Studienerfolg von Mergner et al. (2015). Die Analyse erfolgt mehrperspektivisch und methodenintegrativ über zwei Studienphasen hinweg: bei Kiron und bei den Partnerhochschulen. Betrachtet wird die für den Studienerfolg ausschlaggebende Passung individueller, insbesondere studienrelevanter Eingangsvoraussetzungen Studierender mit Fluchthintergrund und die institutionellen Rahmenbedingungen im Verlauf verschiedener zeitlicher Studienabschnitte.

Das Forschungsdesign umfasst Bestandsanalysen zu Studienbeginn, prozessbegleitende Analysen sowie summative Analysen am Ende jeder Studienphase. Die umfassenden Wirkungsanalysen basieren auf den Auswertungen der verschiedenen Teilstudien im Projektvorhaben. Zum Einsatz kommt ein Methodenmix aus qualitativen und quantitativen Verfahren, welcher im Längsschnitt-Kohorten-Design mit Vollerhebung von drei Studienkohorten angelegt ist. Dieser beinhaltet auch Studienverlaufsanalysen anhand der Kiron Lehr-Lern-Plattform sowie Fokusgruppen mit Beteiligten pro Services (MentorInnen/Mentees etc.), Abbrecherbefragungen und Experteninterviews. Die Studierendenbefragungen werden in mehreren Sprachen zu drei Zeitpunkten durchgeführt – bei Einschreibung, nach einem Jahr und bei Übertritt in eine Partnerhochschule. Somit werden mittels der Testverfahren sowohl die Eingangsvoraussetzungen von Studierenden erfasst als auch deren individuelle Entwicklungsverläufe abgebildet.

Die Ergebnisse der SUCCESS-Studie sollen in erster Linie dazu dienen, den Kenntnisstand zur erfolgreichen Integration Geflüchteter in Hochschulen, den Arbeitsmarkt und der Gesellschaft auszubauen. Weiter soll hochschulpolitischen EntscheidungsträgerInnen sowie AkteurInnen in der Hochschulpraxis eine evidenzbasierte Grundlage zur Verfügung gestellt werden, um den Studienerfolg Geflüchteter wesentlich verbessern zu können.

Weitere Informationen finden Sie unter: success.uni-mainz.de

Mergner, J., Ortenburger, A., & Vöttiner, A. (2015). Studienmodelle individueller Geschwindigkeit. Ergebnisse der Wirkungsforschung 2011-2014. Hannover: DZHW.

Konstantin Schultes

Konstantin Schultes ist der Site-Manager der Internetseite der GfHf und engagiert sich im Ressort für Öffentlichkeitsarbeit unter der Leitung der 2. Vorsitzenden der GfHf Margret Bülow-Schramm.

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